Welcher Trainer fliegt zuerst? Ein Ausblick auf die anstehende Super-League-Saison

Wenn es im Fußball schlecht läuft, muss immer zuerst der Trainer dran glauben. Dies ist ein ungeschriebenes Fußballgesetz und wird auch in dieser Saison in der Schweiz seine Gültigkeit beweisen. Doch wer fliegt zuerst und muss seinen Posten räumen? Eine Prognose:
In der letzten Saison dachten viele noch, dass Xamax-Boss Christian Binggeli ganz seriös arbeitet und auch in schwierigen Momenten einen kühlen Kopf bewahrt, doch die Realität sieht anders aus. Aufstiegstrainer Michel Decastel musste nach einer 0:2-Niederlage bei den Young Boys Bern seinen Hut zum Rückrundenauftakt nehmen. Auch Nachfolger Stéphane Henchoz konnte sich nicht lange im Amt halten. Nach dem Ende der Saison war auch für ihn frühzeitig Schluss. Nun soll beziehungsweise darf Joel Magnin sein Glück versuchen. Der 48-Jährige ist noch sehr unerfahren als Cheftrainer und dürfte unter Präsident Binggeli keinen einfachen Stand haben. Zudem steht ihm der wohl schwächste Kader der gesamten Super League zur Verfügung. Der letztjährige Klassenerhalt gilt unter den vorhandenen Voraussetzungen schon als kleines Wunder – und dieses Jahr wird es nicht einfacher. Mit Rücksicht auf die Umstände dürfte Magnin eigentlich nicht direkt unter Druck geraten, wäre da nicht Binggeli. Es sieht nicht besonders gut aus für Magnin.

Henchoz wackelt

Auch Stéphane Henchoz, der im letzten Jahr Xamax sensationell in der Liga halten konnte, dürfte in dieser Saison keine einfachere Aufgabe vor sich haben. Der 44-jährige Trainer arbeite seriös, ist fleißig und ausdauernd. Alles Eigenschaften, die Sion-Chef Christian Constantin Henchoz‘ Vorgänger Murat Yakin abgesprochen hat, obwohl er ihn für seine taktische Finesse lobte. Die Voraussetzungen in Sion sind eigentlich gut, wäre da nicht wieder der eigenwillige Präsident. Constantin gilt als eigenwillige Führungspersönlichkeit, der nicht mit dem ruhigsten Gemüt gesegnet ist. Sobald ihm Henchoz und dessen Arbeit nicht mehr passt, dürfte Schluss sein. Auch wenn es Lob von Constantin geben sollte – Verlass ist darauf nicht. Schließlich wurde auch Yakin kurz vor seiner Beurlaubung in höchsten Tönen gelobt, um danach direkt vor die Tür gesetzt zu werden.
Auch dieses Jahr wird in der Super League die eine oder andere unrühmliche Trainerentscheidung auf die Fans, Spieler und Chefcoaches warten. Es hat sich jedoch in der Vergangenheit gezeigt: Wer einem Konzept folgt und seinem Trainerteam vertraut, hat auf lange Sicht mehr Erfolg.