FC Zürich: Canepa übt sich in Verschwörungstheorien
Diese Saison läuft nicht, wie man es sich beim FC Zürich gewünscht hätte. Der Verein kämpft in der Super League um den Klassenerhalt. Das einzige Ziel ist es, nicht abzusteigen. Trainer Ludovic Magnin ist schwer angeschlagen, auch wenn er unlängst die Versicherung erhielt, über die Saison hinaus zu bleiben – selbst, wenn der FCZ absteigt. Erfolge gab es einzig im Pokal zu feiern. Doch im Cup-Halbfinale setzte es eine schmerzhafte 1:3-Niederlage gegen den FC Basel. Das Spiel offenbarte, wie blank die Nerven bei den Beteiligten liegen. Präsident Ancillo Canepa flüchtete sich danach sogar in Verschwörungstheorien.
Die Vorkommnisse im Cup
Eine Rudelbildung in der Partie geriet völlig außer Kontrolle. Die Verantwortlichen auf der Bank des FCZ verloren komplett die Nerven. Trainer Magnin wurde deshalb für drei Spiele gesperrt. Der Coach soll den Schiedsrichter mehrfach als „Betrüger“ beschimpft haben. Magnin streitet dies bis heute ab, allerdings gab es zahlreiche Zeugen. Co-Trainer René van Eck und FCZ-Präsident Canepa äußerten sich demnach ähnlich unpassend. Sie erhielten jeweils ein Spiel Sperre.
Canepa fühlt sich verfolgt
Aus den Ereignissen im Cup hat Canepa eine abenteuerliche Verschwörungstheorie gestrickt, die der Verein erschreckenderweise unterstützt. Der Präsident findet, dass „aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird.“ Die Schiedsrichter seien in gewissen Momenten überfordert und an Magnin sei „ein Exempel statuiert worden.“ Anders ausgedrückt: Alle sind nach Ansicht des Klubchefs gegen den FCZ. Dieser kann aber bei sich selbst oder seinen Verantwortlichen keine Fehler entdecken.
Tatsächlich scheint der Verein deshalb sogar konkrete Maßnahmen ergriffen zu haben. Co-Trainer Marco Otero verkündete nach dem 1:0 in der Liga über den FC Sion, dass seine Spieler sich öffentlich nicht äußern würden – „sonst werden sie noch für drei Spiele gesperrt.“ Ganz offensichtlich möchte der FCZ den Klassenerhalt über ein „Wir gegen die“-Gefühl erreichen.